Interview mit Steffi Neumann: „Ich finde es interessant, Inputs zu bekommen, aber auch unsere Arbeit zu präsentieren“

Eine Portraitaufnahme von Stefanie Neumann
Vamos e.V.

Steckbrief

Name Steffi Neumann
Organisation und Bildungsbereich Vamos e.V. Münster, außerschulischer Bildungsbereich
Rolle in der Organisation Promotorin und Geschäftsleitung
Haben Sie schon einmal an einem BNE-Festival NRW teilgenommen? Nein

Seit 1987 arbeitet Vamos e.V. als gemeinnütziger Verein zu Themen, die den konkreten Bezug zwischen unserem Leben hier und dem Leben von Menschen in Ländern des Globalen Südens verdeutlichen. Vamos e.V. setzt sich für mehr Solidarität ein, informiert durch entwicklungspolitische Wanderausstellungen und Bildungsmaterialien, gibt Anstöße für globales Denken und Handeln, ermöglicht Begegnungen und bewegt Menschen zum Mitmachen.

Frau Neumann, welche Rolle spielt BNE für Ihre Arbeit?

BNE ist Kern meiner Arbeit. Es geht um nachhaltige Entwicklung und Bildung, es geht um Gesprächsangebote, aber auch ganz konkret darum Bildungsangebote zu unterbreiten oder Projekttage durchzuführen.

Was hat Sie motiviert, am BNE-Festival NRW 2024 teilzunehmen?

Wenn das BNE-Festival in unserer Stadt – in Münster – stattfindet, ist es eine schöne Gelegenheit daran teilzunehmen. Ich finde es interessant, Inputs zu bekommen und mich austauschen zu können. Aber es ist auch interessant, unsere Arbeit zu präsentieren und sie Schulklassen und Lehrer:innen zur Verfügung zu stellen.

Welche Impulse nehmen Sie vom Festival und dem Motto „Demokratie. Gestalten. BNE.“ mit?

Mich bewegt im Moment die politische Lage in Deutschland ganz intensiv. Nicht so sehr die parteipolitische Lage, sondern vielmehr die gesellschaftspolitische Lage und wie Menschen sich positionieren. Ich konnte auf jeden Fall Impulse mitnehmen. Zum Beispiel, wie kann ich mich als Eine Welt-aktive Person in diesem Kontext bewegen? Was kann ich auf gesellschaftspolitischer Ebene beitragen, um das Thema „Eine Welt“ einzubringen, aber auch um mehr Verständnis für einander und für Demokratiebildung zu werben?

Konnten Sie weitere Impulse mitnehmen?

In einem Labor ging es um das Thema Konflikte. Es war einfach gut zu hören, dass man Konflikte auch aushalten muss. Was ich auch ganz spannend fand, war der Impulsvortrag von Varkey George aus Südafrika. Er hat eine ganz andere Perspektive und das fand ich sehr befreiend.

„Es ist so wichtig, Strukturen zu verändern und nicht nur das individuelle Verhalten wie beispielsweise das Konsumverhalten.“

Was genau fanden Sie befreiend an seinem Impulsvortrag?

Er hat von citizenship gesprochen, und das ist für mich auch ein guter Weg. Das ist das, was ich auch einbringen möchte, citizenship education, und das machen wir auch. Ziel von Citizenship Education sind mündige Bürgerinnen und Bürger, die in der Lage sind, in den bestehenden politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Systemen zu agieren und darüber hinaus Herrschafts- und Machtstrukturen zu analysieren, sich ein kritisch-reflektiertes Urteil zu bilden und mögliche Handlungsstrategien zu kennen, um selbst aktiv politische Prozesse beeinflussen zu können.

Das ist in der Tat interessant.

Und dann gab es auch noch einen Vortrag, bei dem es um individuelle und strukturelle Veränderung ging. Das habe ich während des Festivals als roten Faden erlebt. Es ist so wichtig, Strukturen zu verändern und nicht nur das individuelle Verhalten wie beispielsweise das Konsumverhalten. Das ist für mich der ganz große Punkt und das sollten wir vielleicht auch bei BNE stärker verankern – als gesellschaftspolitische Arbeit.

Ihnen scheint aber auch das Voneinander-Lernen und Sich Austauschen wichtig zu sein?

Ja, ganz wichtig. Indem man schaut, was andere machen, lässt sich auch die eigene Arbeit weiterentwickeln. Wie kann man da aufsatteln und wo kann man was zusammen machen? Interessant ist aber auch einfach zuzuhören und zu erfahren, was sind denn die theoretischen Hintergründe? Auch das finde ich wichtig.

Haben Sie eine Idee für das Motto des nächsten BNE-Festivals?

Demokratie und Partizipationsmöglichkeiten, alles, was in dem Dunstkreis von diesem großen Wort passiert, finde ich nach wie vor wichtig, um sich wirklich bewusst zu machen, was gesellschaftspolitisch gerade passiert. Dieses Thema sollte uns die ganzen nächsten Jahre begleiten.

Das Interview mit Steffi Neumann wurde anlässlich des BNE-Festivals 2024 in Münster geführt.

 

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