Frau Dobrinth, welche Rolle spielt BNE in Ihrer Arbeit?
Man könnte sagen BNE ist meine Arbeit. Wir machen eigentlich nichts anderes. Alle Veranstaltungen von Abenteuer Lernen stehen unter dem Motto von BNE und Inklusion. Wir denken das immer zusammen.
Was war Ihre Motivation, am BNE-Festival NRW 2024 teilzunehmen?
Die größte Motivation ist tatsächlich Vernetzung. Es geht aber auch darum, neue Aspekte, neue Inhalte und vor allem neue Methoden kennenzulernen. Da bin ich immer am meisten gespannt drauf. Von daher finde ich das BNE-Festival richtig gut. Es ist auch für unsere Arbeit total wichtig, weil wir sehr gerne unsere Ideen weitergeben, aber auch gerne von anderen lernen. Ich finde es wichtig, dass man nicht immer alles neu erfinden muss.
Was konnten Sie in Bezug auf Themen, Formate und Methoden mitnehmen?
Ich denke, dass Künstliche Intelligenz (KI) ein wichtiges Thema ist. Damit wollen wir uns auch mehr beschäftigen.
Wie nehmen Sie die BNE-Community in NRW wahr?
Was ich stark wahrnehme, ist der Austausch der BNE-Regionalzentren. Da sind wir total froh, dass wir Teil dieses Netzwerks sind – das ist wirklich super. Es gibt gute Zusammenarbeit, guten Austausch und das ist wirklich ein großer Zugewinn. Das macht auch Spaß, das motiviert auch wenn man sieht, dass andere auch unterwegs sind und dass jeder das anders umsetzt. Das finde ich richtig gut.
„Der Stellenwert des Festivals müsste größer sein, dass mehr Verbindlichkeit vorhanden ist und auch klar ist, dass man da auf jeden Fall hinfährt. Neben der Vernetzung sollte es auch ein politisches Signal sein.“
Haben Sie Verbesserungsideen für das BNE-Festival?
Da habe ich gestern auch mit meiner Kollegin drüber nachgedacht. Ich finde das BNE-Festival super, aber es könnte größer sein mit noch mehr Resonanz für ganz Nordrhein-Westfalen. Die Frage ist, wie man das hinbekommt. Vielleicht kann man BNE etwas stärker an das breite Publikum herantragen. Vielleicht müssen wir auch mehr Anreize schaffen – zum Beispiel für Arbeitgeber:innen, um Leute freizustellen. Denn es geht ja darum, dass wir uns austauschen und uns vernetzen. Da müsste der Stellenwert des Festivals etwas größer sein, dass mehr Verbindlichkeit vorhanden ist und auch klar ist, dass man da auf jeden Fall hinfährt, wenn man in dem Bereich unterwegs ist. Dann hätte das Festival auch eine stärkere Öffentlichkeitswirkung und wäre vielleicht auch für Medien interessanter. Neben der Vernetzung sollte es auch ein politisches Signal sein.
Haben Sie weitere Ideen – zum Beispiel zum Motto „Demokratie. Gestalten. BNE.“?
Ich finde das Motto gut gewählt, weil es so aktuell ist. Aber wenn ich mir noch was wünschen darf: Ich habe über die Workshops nachgedacht. Ich wünsche mir mehr Input. Ich will mehr Neues dazulernen, anstatt selber etwas gemeinsam mit anderen zu entwickeln, was man in der Kürze der Zeit auch nur sehr begrenzt schaffen kann. Ich bin grundsätzlich sehr für partizipative Methoden. Aber in diesem zeitlich kurzen Slot, finde ich das unbefriedigend. Da würde ich mir wünschen, dass mehr Inhalte vermittelt werden können.
Das Interview mit Ruth Dobrinth wurde anlässlich des BNE-Festivals 2024 in Münster geführt.
