Interview mit Angéla van den Boom: „Nirgends geht die Vernetzung so einfach wie hier“

Eine Portraitaufnahme von Angela van den Boom
PicturePeople Fotostudio Münster Innenstadt

Steckbrief

Name Angéla van den Boom
Organisation und Bildungsbereich Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung NRW e.V.
Rolle in der Organisation Geschäftsführung
Haben Sie schon einmal an einem BNE-Festival NRW teilgenommen? Ja

Die LAAW NRW ist der Zusammenschluss von über 50 unabhängigen Weiterbildungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, die nach dem Weiterbildungsgesetz NRW anerkannt sind. Die LAAW NRW fördert den lebendigen Austausch ihrer Mitgliedsorganisationen durch Information, Beratung, kollegialen und regionalen Dialog sowie in Arbeitsgruppen zu inhaltlichen Themen. Als Motor der Verbandsentwicklung stößt sie verbandsübergreifende Projekte, Tagungen und Fortbildungen an. Als Dachverband vertreten sie die Interessen ihrer Mitgliedsorganisationen im Gespräch mit Ministerien, Bezirksregierungen, der Politik und Testierern des Qualitätsmanagements, insbesondere dem Gütesiegelverbund Weiterbildung.

Frau van den Boom, was war Ihre Motivation für die Teilnahme am BNE-Festival NRW 2024?

Auf der einen Seite bin ich absolut intrinsisch motiviert, weil ich BNE für mich als außerordentlich wichtig erachte. Auf der anderen Seite gibt es auch die berufliche Perspektive, bei der man sich viel mit Einrichtungen unterhält und diese bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit berät. Daher sind wir auch als Verband auf dem Festival vertreten.

Welche Impulse nehmen Sie vom Festival-Motto „Demokratie. Gestalten. BNE“ für ihre Bildungspraxis mit?

Ehrenamtlich engagiere ich mich bei einem Aktionsbündnis Demokratie, um die Demokratie zu stärken. Und ich habe den Impuls, dort ein Spiel vorzustellen, welches ich im Rahmen eines BNE-Labors kennengelernt habe. Und zwar geht es um die Inner Development Goals und was Menschen brauchen, um aktiv zu werden. Das Reflexionsspiel lädt Jugendliche wie Erwachsene ein, über ihr Engagement ins Gespräch zu kommen.

Welche Themen, Formate oder Methoden haben Sie inspiriert?

Ich nehme das BNE-Festival als inspirierendes jährliches Klassentreffen wahr. Ich treffe viele Menschen wieder, die wirklich gute alte Bekannte geworden sind. Es sind aber auch viele neue Menschen dazugekommen. Das heißt, man lernt immer neue Menschen kennen und so hat man einen Mix aus BNE-Expert:innen, die neue Formate anbieten und Impulse geben aber auch neue motivierte Menschen, die noch ganz andere Ideen reinbringen. Heute bin ich kaum aus Gesprächen rausgekommen, weil das so exzellent läuft. Nirgends geht die Vernetzung so einfach wie hier.

„Ich finde es wichtig, dass man aus unserer Perspektive rausgeht, über den Tellerrand schaut und globale Perspektiven einbezieht.“

Woran liegt das?

Ich glaube, man hat eine gemeinsame Vision. Das bringt einerseits zusammen, andererseits ist das ganze Ambiente sehr offen und freundlich. Man begegnet sich auf Augenhöhe, und das weiß ich sehr zu schätzen. Das kommt einerseits vom Team, das strahlt es aus, andererseits kommt es von den Teilnehmenden. Man fühlt sich sofort aufgenommen und mittendrin.

Haben Sie weitere Anregungen – beispielsweise zu Inhalten, Methoden oder Formate?

Ich finde es wichtig, dass man aus unserer Perspektive rausgeht, über den Tellerrand schaut und globale Perspektiven einbezieht. Das finde ich für alle Formate und Methoden sehr wichtig und dass wir anderen Menschen nicht sagen „ihr müsst es so und so gestalten und umsetzen“, sondern, dass wir die Menschen dort abholen, wo sie sind, um dann die Menschen gegebenenfalls aus Südafrika hinzuschalten und ihre wichtige Perspektive einbeziehen. Wir sollten uns nicht immer in den Mittelpunkt stellen. Bei diesem globalen Thema ist jeder gleich. Jeder und jede ist gleichberechtigt und sollte gehört werden. Schade ist allerdings, dass man sich nicht zweiteilen kann, weil das Angebot so vielfältig ist und auch parallel läuft, dass man Abstriche machen und abwägen muss. Das ist aber eher ein persönliches Problem als ein Problem des Festivals.

Weitere Wünsche?

Ich wünsche mir, dass das BNE-Festival in den nächsten Jahren fortlaufend durchgeführt wird. Ich finde es wichtig, dass es an zentralen Orten stattfindet, die leicht erreichbar und zugänglich sind. Und ich würde mir auch wünschen, dass man nicht wieder auf das Wochenende geht wie in Bielefeld. Ich finde auch sehr gut, dass man einen thematischen Schwerpunkt setzt.

Das Interview mit Angéla van den Boom wurde anlässlich des BNE-Festivals 2024 in Münster geführt.

 

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